Anschaffung und Haltung von Kaninchen

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Der Frühling (und ganz besonders Ostern) ist die Zeit, wo sich viele Menschen Gedanken über die Anschaffung von Kaninchen machen. Besonders Kinder wünschen sich oft ein Haustier.

Vorher gibt es einiges zu bedenken:

  • Nein!

    Kaninchen sind Gruppentiere mit ausgeprägtem Sozialverhalten, deshalb dürfen sie auf keinen Fall alleine gehalten werden.

    Wenn Sie sich also für die Kaninchenhaltung entschieden haben, müssen es mindestens zwei Tiere sein, da sie sich nur in einer Gruppe wohlfühlen.

    Weder ein Mensch, noch ein Meerschweinchen oder ein anderes Tier kann einen Artgenossen ersetzen.

    Verstirbt ein Kaninchen, sollte das allein verbliebene Tier einen neuen Partner bekommen.

    Es ist niemals artgerecht, ein Kaninchen dauerhaft alleine zu halten!

    Informationen gegen Einzelhaltung

  • Leider begehen viele Eltern den Fehler, Kaninchen nur für ihre Kinder anzuschaffen.

    Kaninchen sind selten Schmusetiere, sondern eher Fluchttiere.

    Kinder können die Tiere also eher beobachten, als sie herumzutragen oder mit ihnen zu spielen. Auch möchte nicht jedes Kaninchen gerne gestreichelt werden.

    Sie als Eltern haben die Aufgabe, Ihr Kind für die Bedürfnisse der Kaninchen zu sensibilisieren. Kinder bis zum Alter von etwa 8 Jahren sollten nur im Beisein der Eltern direkten Kontakt mit den Kaninchen haben. Häufig können sie noch nicht kontrollieren, wie fest sie zugreifen und welche Auswirkungen ihr Verhalten auf die Tiere haben kann.

    Kinder ab ca. 8 bis 10 Jahren können mehr in die Versorgung der Tiere eingebunden werden. Es ist die Aufgabe der Eltern, ihren Kindern den sachgemäßen Umgang mit den Kaninchen zu vermitteln. Für viele Kinder ist ein Futter- und Pflegeplan recht hilfreich, um keine der aufgetragenen Aufgaben zu vergessen. Bedenken Sie, dass es passieren kann, dass die Haustiere für die Kinder später uninteressant werden.

    Die Kaninchen sollten nicht im Kinderzimmer gehalten werden. Die Geräusche der Tiere könnten den Schlaf des Kindes stören, außerdem entsteht durch die verwendete Einstreu oft ungesunder Staub.

    Bedenken Sie vor der Anschaffung, dass Sie als Eltern die Verantwortung für das lebenslange Wohlergehen der Tiere behalten!

  • Anschaffung und Grundausstattung:

    Kaninchen sind meist relativ günstig in der Anschaffung, jedoch benötigt man gerade zu Anfang doch einiges an Ausrüstung. Auf jeden Fall wird ein großes Gehege (Durchmesser von mindestens 4 m² - 6 m² bei der Haltung von zwei Kaninchen) benötigt, um die Tiere artgerecht zu halten. Dazu kommen Einrichtungsgegenstände sowie Futter- und Wassernäpfe.

    Laufende Kosten

    Die Kleintiere brauchen täglich Heu, Stroh und Frischfutter. Die Einstreu muss regelmäßig gewechselt werden. Bitte beachten Sie, dass in manchen Städten die Abfallbeseitigung nach Gewicht der Mülltonne berechnet wird.

    Unregelmäßige Kosten

    Kaninchen sind besonders anfällig für Abszesse, Magen-Darm- sowie Atemwegserkrankungen. Bei Zahnfehlstellungen müssen die Zähne regelmäßig beim Tierarzt gekürzt werden.

    Sie sollten also außer den vorhersehbaren Tierarztkosten (Impfungen, Krallen schneiden) auch ein finanzielles Polster für unvorhergesehene Erkrankungen einplanen.

     

  • Die Tiere müssen täglich versorgt werden, dazu gehört die Vorbereitung des Frischfutters, das Auffüllen von Heu und Wassernäpfen, die tägliche Reinigung der Näpfe und der Toiletten-Ecken sowie der Gesundheitscheck.

    Einmal in der Woche muss das Gehege komplett gesäubert werden und alles, was die Tiere an Einstreu außerhalb des Käfigs befördert haben, muss entfernt werden.

    Außerdem sollten Sie einige Stunden am Tag für Auslauf und Beschäftigung der Tiere einplanen.

    Sollten Sie die Kaninchen draußen halten, können jahreszeitlich bedingte Tätigkeiten hinzukommen. (Isolierung des Geheges in der Winterzeit, Überprüfung der Zäune etc.)

    Planen Sie rechtzeitig wer sich um die Tiere kümmert, wenn Sie im Urlaub sind.

    Bedenken Sie vor der Anschaffung, dass die Kaninchen ein Alter von acht bis zehn Jahren erreichen. Die genannten Tätigkeiten müssen Sie über diesen Zeitraum Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr, ausführen!

  • Kaninchen sollten, auch wenn sie nur in der Wohnung gehalten werden, jährlich gegen Chinaseuche (RHD) und Myxomatose geimpft werden, denn beide Erkrankungen sind lebensbedrohlich.

    Des weiteren sollten Sie zu Hause regelmäßig einen Gesundheitscheck durchführen, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.

    Bei folgenden Symptomen sollten Sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen:

    Wunden, Entzündungen, Durchfall, Scheidenausfluß, Appetitlosigkeit, Sabbern, Verschmutzung des Anogenitalbereichs, Fliegenmadenbefall, Nasenausfluß, tränende Augen, vermehrtes Trinken, Atemgeräusche, Fellverlust und/oder Schuppenbildung, Verschmutzung des Gehörgangs

    Kaninchen sind besonders anfällig für Abszesse, Magen-Darm- sowie Atemwegserkrankungen.

    Sie dürfen nicht fasten und müssen jeden Tag ausreichend Nahrung zu sich nehmen, damit die Verdauung nicht zum erliegen kommt. Frisst Ihr Tier nicht oder hat Durchfall, suchen Sie bitte umgehend einen Tierarzt auf.

    Bei Zahnfehlstellungen müssen die Zähne regelmäßig beim Tierarzt gekürzt werden.

    Um einen Fliegenmadenbefall frühzeitig zu entdecken, sollten Sie Ihre Kaninchen besonders im Sommer einmal täglich gründlich auf Wunden und Madenbefall (besonders in den Hautfalten) untersuchen und kontrollieren, dass der Afterbereich trocken und sauber ist.

     

  • Haben Sie sich nach gründlicher Überlegung dafür entschieden, dass zukünftig zwei (oder mehr) Kaninchen Ihr Leben bereichern sollen, nun stellt sich die Frage – woher?

    Zoohandlungen sind zum Erwerb von Tieren nicht zu empfehlen. Viele der dort angebotenen Kaninchen stammen aus Massenzuchtanstalten oder von privaten Vermehrern. Dort geht es nicht um das einzelne Lebewesen, sondern nur um Geld.

    Zahnfehlstellungen, Krankheiten und Parasitenbefall der Tiere sowie falsche Informationen von Seiten des Verkaufspersonals (Geschlecht, Fütterung, Platzbedarf, artgerechten Haltung) sind leider keine Seltenheit. Auch entpuppen sich als Zwergkaninchen gekaufte Tiere oft später als Riesenkaninchen.

    Viele verschiedene Kaninchen (auch Jungtiere oder Rassekaninchen) landen aus verschiedenen Gründen unverschuldet im Tierheim und warten dort sehnsüchtig auf neue Besitzer.

    Die Annahme, viele Kaninchen aus dem Tierheim oder von Notfallstationen seien alt, krank oder verhaltensauffällig sind falsch.

    Sie tun aber nicht nur den heimatlosen Tieren etwas Gutes, wenn Sie ihnen ein neues zu Hause bieten, sondern haben selbst auch Vorteile: Die Rammler sind meist schon kastriert und Sie bekommen dort Tiere, die bereits miteinander harmonieren. Somit müssen Sie keine Vergesellschaftung zu Hause vornehmen.

    Die Mitarbeiter kennen ihre Schützlinge und werden Sie beraten, welches Pärchen am besten zu Ihnen passt. Daneben ist der Charakter von erwachsenen Tieren bereits ausgeprägt und die Kaninchen haben ihre Endgröße erreicht. Wenn Sie sich lieber Jungtiere anschaffen möchten, sind diese sicherlich auch bei Tierschutzvereinen zu finden.

    Hier warten viele Kaninchen auf ein neues zu Hause:

     

  • Die Kombination aus einem kastrierten Rammler und einer Häsin ist die beste Wahl und für Anfänger am ehesten geeignet.

    Eine weitere praktikable Möglichkeit ist die Kombination von zwei frühkastrierten Rammlern. Auch diese leben häufig sehr harmonisch zusammen.

    Eine Zusammensetzung aus zwei Weibchen ist oft mit Differenzen unter den Tieren verbunden und sollte daher von Kaninchen-Anfängern eher nicht in Betracht gezogen werden.

    Neben der Paarhaltung ist auch eine Haltung von mehreren Kaninchen denkbar. Hierbei sollte Ihnen jedoch bewusst sein, dass man mehr Platz braucht und es unter Umständen zu Auseinandersetzungen kommen kann, die eine Teilung der Gruppe notwendig machen.

    Leitfaden zur Vergesellschaftung

  • Der Hauptbestandteil der Nahrung sollte Heu und Stroh sein, damit die zeitlebens nachwachsenden Zähne genug Abrieb bekommen. Grünfutter, Kräuter und Frischfutter sollten außerdem täglich angeboten werden.

    Kaninchen sollten aus jeder Futtermittelgruppe (Heu, Grünfutter, Frischfutter (Gemüse & Obst), Zweige) Komponenten zur Verfügung haben, aus denen sie nach Belieben auswählen können. Sie sollten über den Tag verteilt viele kleine Mahlzeiten zu sich nehmen und jederzeit Zugang zu frischem Wasser haben.

    Jede Futterumstellung sollte sehr langsam erfolgen (z. B. wenn die Kaninchen etwas neues zu fressen bekommen oder beim Umstellen von der Winterfütterung (mit weniger Grünfutter) auf die Sommerfütterung. Es besteht sonst die Gefahr, dass sie sich überfressen und dadurch der Magen überladen wird. Es können Fehlgärungen entstehen, die zu schmerzhaften Blähungen und Durchfall führen.

    Kaninchen benötigen kein Trockenfutter, es ist zu energiereich, enthält zu viel Fett, Stärke und Zucker und ist oft schwer verdaulich. Ursprünglich sollte es dafür sorgen, dass Mastkaninchen möglich schnell viel an Gewicht zuzunehmen.

    Für Kaninchen, die ein langes Leben als Haustier haben sollen, ist es völlig ungeeignet.

    Fütterungsgrundregeln