Vorsicht - Zecken!

Kaum wird es draußen wärmer, beginnt für unsere Haustiere die Zeckensaison.

 Zecken (Holzbock, Auwaldzecke oder braune Hundezecke) ernähren sich vom Blut anderer Tiere und besiedeln ganz Europa. Ihr Tier ist schon beim ersten Biss und Saugakt der Zecke infektionsgefährdet.

 

zeckengefahr

     

 

  • Borreliose
    Die Borreliose ist eine bakterielle Infektionserkrankung, die neben unspezifischen Symptomen, wie Fieber, Fressunlust und Abmagerung, zu Gelenkentzündungen und wechselnden Lahmheiten führen kann. Der Verlauf ist meist schleichend. Erste Symptome entwickeln sich häufig erst Monate nach dem Zeckenbiss, so dass oft kein Zusammenhang zwischen dem Zeckenbiss und der Erkrankung gesehen wird. Nur rechtzeitig erkannt lässt sich die Borreliose mit Antibiotika heilen. Borrelien, die Erreger der Borreliose, sind bei Zecken in Lippe weit verbreitet. Gegen Borreliose können Hunde auch geimpft werden.
  • Anaplasmose
    Die Erreger der Hundeanaplasmose zerstören die weißen Blutkörperchen und führen zu Fieber, Schwäche, Gewichtsverlust, Blutarmut und einer Beeinträchtigung des zentralen Nervensystems. Die Krankheit verläuft ohne Behandlung oft tödlich.
  • Babesiose (auch Hundemalaria genannt)
    Die Babesiose wird durch Blutparasiten verursacht, die durch Auwaldzecken übertragen werden. Diese Zeckenart breitet sich in den letzten Jahren immer mehr in Deutschland aus. Die Erreger der Hundemalaria zerstören die roten Blutkörperchen. Befallene Hunde erkranken und sterben in Folge einer Blutarmut (Anämie) und Gelbsucht.
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
    Die Erreger der für den Menschen gefährlichen Frühsommer-Meningo-Encephalitis (FSME) führen bei Hunden nur sehr selten zu Erkrankungen. Die FSME ist nur regional verbreitet und kommt in Lippe nicht vor. Impfungen gegen die FSME gibt es nur für den Menschen.

Der beste Schutz vor einer Infektion ist die Vermeidung eines Zeckenbisses durch Prophylaxe! Hierzu stehen mittlerweile eine Vielzahl von Präparaten zur Verfügung. Achten Sie darauf, dass das Präparat mit nicht nur eine zeckenabtötende Wirkung hat, sondern auch eine sogenannte repellierende Wirkung besitzt. Dies bedeutet, dass die Zecke davon abgehalten wird, Ihr Tier zu befallen.

Wichtig ist, den Beipackzettel vor Gebrauch genau zu lesen und zu beachten. Achten Sie darauf, das Präparat genau nach dem Gewicht Ihres Tieres zu dosieren.

Wenden Sie niemals Hundepräparate bei Ihrer Katze an!

Erfahrungsgemäß sind frei verkäufliche Floh- und Zeckenpräparate oft kaum oder gar nicht wirksam, daher empfehlen wir Ihnen, auf verschreibungspflichtige Medikamente zurückzugreifen.

Wirksame Floh- und Zeckenprophylaxe gibt es in verschiedenen Darreichungsformen:

Spot-On-Präparate:
Diese Präparate werden alle 4 Wochen direkt auf der Haut des Hundes im Nacken aufgetragen. Der Wirkstoff verbindet sich mit den Fettsäuren der Haut, so dass sich Zecken und Flöhe gar nicht mehr am Tier anheften.

Halsbänder:
Halsbänder funktionieren ähnlich wie Spot-on-Präparate über einen Wirkstoff, der über die Haut aufgenommen wird. Die Wirkdauer beträgt je nach Produkt 4 bis 8 Monate.

Tabletten:
Seit kurzem gibt es nun auch eine Tablette, die bei Hunden gegen Flöhe und Zecken hilft. Die Wirkdauer beträgt 8 Wochen gegen Zecken und 12 Wochen gegen Flöhe. Wenn Ihr Hund Spot-On-Präparate oder Halsbänder schlecht verträgt (Juckreiz, Unwohlsein), er gerne und viel schwimmt oder Katzen und/oder Kinder mit in ihrem Haushalt leben, dann ist diese Tablette eine gute Alternative. Der Wirkstoff gelangt durch den Magen-Darm-Trakt in den Blutkreislauf.

Fragen Sie Ihren Tierarzt nach dem richtigen Präparat für Ihr Tier und lassen Sie sich die Anwendung erklären!

Sollten Sie eine bereits saugende Zecke auf Ihrem Tier entdecken, sollte diese schnellst möglich mit einer Zeckenzange/Zeckenhaken/Zeckenkarte entfernt werden. Verwenden Sie keine Flüssigkeiten (Öl etc.) und entfernen Sie die Zecken vollständig mit Stechrüssel.

Beobachten Sie die Stelle in den nächsten Tagen, sobald eine Schwellung oder Rötung auftritt oder die Stelle nässt, sollten Sie Ihr Tier beim Tierarzt vorstellen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Spot-on-Präparate für Hunde:

Tabletten für Hunde:

Halsbänder für Hunde:

Präparate für Katzen:

Bei Auslandsreisen innerhalb Europas sind außerdem Infektionen mit den sogenannten Reisekrankheiten möglich.

  • Leishmaniose
    Die Leishmaniose wird von Sandmücken übertragen, die vor allem in südlichen Ländern anzutreffen sind. Die Erreger schädigen oder zerstören Milz, Leber, Lymphknoten, Haut und Knochenmark. Die Erkrankung kann akut tödlich oder chronisch verlaufen. Eine Heilung ist in vielen Fällen nicht möglich.
  • Ehrlichiose
    Die durch die braune Hundezecke übertragene Ehrlichiose zerstört die Blutplättchen und führt zu verminderter Blutgerinnung. Folgen sind Blutverluste, Apathie, Fieber und nicht selten der Tod. Eine Behandlung ist oft schwierig.
  • Hepatozoonose
    Die Erreger der Hepatozoonose werden durch die braune Hundezecke übertragen und führen zu Abmagerung, Fieber und Schmerzen, unbehandelt auch zum Tod des Hundes.
  • Dirofilariose (Herzwürmer)
    Ebenfalls durch Stechmücken übertragen wird die Dirofilariose. Herzwürmer können bis zu 20 cm lang werden. Sie parasitieren in den Lungenarterien oder im Herzen und führen je nach Befallsgrad zu Schwäche oder Tod des Hundes.

Weitere Informationen finden Sie hier: